So sind denn auch die britischen Erfolge bei der Welt- und Europameisterschaften leicht zu erklären. Blieb den deutschen Bahnfahrern diesmal WM-Gold verwehrt, hatten die Engländer allen Grund, mit Chris Newton zu jubeln, ihrem neuen World Champion im Punktefahren. Ernst Claußmeyer kann sich für das Dortmunder 6-Tage-Rennen eine Mannschaft Chris Newton/Bradley Wiggins vorstellen. Beide fielen eigentlich schon letztes Jahr bei der WM in Antwerpen auf, wo Newton und Wiggins im englischen Bahn-Vierer die Bronzemedaille gewannen. Bradley Wiggins holte sich überdies bei den Bahn-Europameisterschaften 2001 den Titel in der Einer-Verfolgung. Der Name Wiggins steht auch bereits in den Annalen der Dortmunder Six Days: In der Westfalenhalle wie auf anderen europäischen Winterbahnen zählte Bradleys Vater Gary in den achtziger Jahren zu den kampfstärksten Rundenjägern.
Eine Bereicherung des diesjährigen Starterfeldes verspricht Ernst Claußmeyer sich auch von den Österreichern Franz Stocher und Roland Garber, den frisch gebackenen Vizeweltmeistern im Zweier-Mannschaftsfahren. Seit in Wien keine 6-Tage-Rennen mehr laufen, sind die Bahnfahrer der Alpenrepublik etwas aus dem Rampenlicht geraten - sehr zu Unrecht. Franz Stocher gehört auf der internationalen Bühne zu den beständigsten Athleten, sammelte bei Weltcuprennen auf allen Kontinenten regelmäßig Punkte und kehrte auch von der letztjährigen Bahn-WM in Antwerpen und von der Bahn-EM in Brünn mit einer Bronzemedaille im Punktefahren bzw. Omnium heim.
In puncto Vielseitigkeit wird Stocher von seinem jüngeren Landsmann Roland Garber sogar noch übertroffen. Der brachte bei den österreichischen Bahnmeisterschaften 2001 das Kunststück fertig, in allen ausgeschriebenen Disziplinen eine Medaille zu holen: Gold im 1000-m-Zeitfahren und im Zweier-Mannschaftsrennen (mit Stocher), Silber im Sprint, in der Verfolgung und im Punktefahren.