Eco fashion ist IN
Junge Designer bringen faire Klamotten auf den Laufsteg

Heidi Klum tut es, Jürgen Vogel und Thomas D ebenfalls  – sie tragen T-Shirts aus fair gehandelter Baumwolle. Schauspielerinnen wie Emma Watson oder Cosma Shiva Hagen wurden sogar kürzlich selbst als Designer fair gehandelter Textilien aktiv. Letztere eröffnete im vergangenen Jahr außerdem einen eigenen Club in Hamburg, in dem ausschließlich Fairtrade-Kaffee ausgeschenkt wird und T-Shirts aus fair gehandelter Baumwolle verkauft werden. Was früher von der als „Ökos“ verschrienen Zielgruppe getragen wurde, erobert heute die Laufstege der Welt. Eco fashion – nachhaltige Mode – ist IN. Immer mehr junge Designer verwenden Textilien, die fair und oft sogar unter kontrolliert biologischen Bedingungen produziert wurden. Die Messe FA!R2010 (23.-25.09.) in Dortmund zeigt eine Auswahl innovativer fairer Kollektionen.

Welt-Hunger, Lebensmittelskandale und Klimawandel haben die Menschen scheinbar zum Umdenken bewegt. Es vollzieht sich langsam ein Wandel innerhalb unserer Gesellschaft. Mehr und mehr wird nach biologischen und nachhaltigen Produkten verlangt. Eigentlich höchste Zeit, wenn man bedenkt, dass bei der Produktion einer herkömmlichen Jeans 11.000 Liter Wasser, bei einem T-Shirt 7.000 Liter Wasser verbraucht werden, 25 Prozent aller weltweiten Insektizide und 10 Prozent der Pestizide zurzeit im Baumwollanbau verwendet werden und der niedrige Weltmarktpreis für Baumwolle, bedingt durch Subventionen in Europa und den USA, Baumwollbauern in Indien und Afrika in den Selbstmord treibt.

Der Faire Handel ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Weltweit ist der Umsatz allein mit Fairtrade-Produkten auf 3,4 Milliarden Euro zu beziffern, der bundesweite Umsatz erreichte 2009 ein Hoch von 267 Millionen Euro und konnte damit das Vorjahresergebnis um 26 Prozent übertreffen. Seit 2007 sind Textilien aus fair gehandelter Baumwolle in Deutschland erhältlich. Sie gehören zu den neuen stark wachsenden Segmenten im Fairen Handel. Der Absatz Fairtrade zertifizierter Textilien stieg im Vergleich zum Vorjahr um 141 Prozent auf über zwei Millionen Stück. Die Fairhandelsbewegung konzentriert sich dabei nicht nur auf faire Erzeugerpreise, sondern unterstützt die Produzenten auch bei der Umstellung auf eine kontrolliert biologische Erzeugung.

Ein entscheidender Grund für den höheren Konsum fair gehandelter Textilien ist neben der neuen „Öko-Welle“ sicherlich auch, dass die Produkte sich qualitativ und optisch deutlich verbessert haben. Sie sind sozusagen „salonfähig“ geworden. Sie sind IN, weil sie nachhaltig produziert sind und dabei gut aussehen. Dafür sind unter anderem deutsche Labels wie Fairliebt, fairtragen oder Greenality verantwortlich, genauso wie das österreichische Label Göttin des Glücks, Switcher aus der Schweiz, Ideo aus Frankreich oder Pants to Poverty aus Großbritannien. Diese jungen Designer haben einen anderen Weg eingeschlagen und bewiesen, dass Wirtschaftlichkeit und Ethik gut miteinander zu verbinden sind. Sie produzieren faire Kleidung, zum Teil sogar mit Bio-Siegel, und bieten sie zu erschwinglichen Preisen auf Messen, im Internet oder in kleinen Boutiquen an. In Dortmund werden T-Shirts, Kleider, Jeans und Unterwäsche dieser IN-Labels präsentiert. Die Messe FA!R2010, die vom 23. bis 25. September erstmals in der Messe Westfalenhallen Dortmund stattfindet, wird das gesamte Produktspektrum des Fairen Handels abbilden und viele nützliche Informationen für Fachleute und Endverbraucher liefern. Hersteller, Importeure, Händler und Lizenznehmer aus Deutschland und dem Ausland präsentieren faire Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Textilien und Blumen. Dazu locken eine Modenschau, eine faire „Genusswelt“ mit Kochduell, Schokoladen-Seminaren, Cocktail- und Cafébar sowie Workshops und Informationen zu natürlichen Färbesubstanzen und fairer Kosmetik. Darüber hinaus wird es im Rahmen der Messe eine Fachtagung zum Fairen Handel geben. Sie greift unter dem Titel: "Konsequent glaubwürdig?! – Globales Wirtschaften auf dem Prüfstand" das Thema Wirtschaftsethik auf und diskutiert mit Fachleuten aus dem europäischen In- und Ausland über Wirtschaftsethik, Produktionsbedingungen ausgewählter Rohstoffe, sozial gerechtes Beschaffungswesen sowie über die Zukunft der Weltläden.

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Fakten zur FA!R2010

Die FA!R2010, Messe und Fachtagung zum Fairen Handel, findet vom 23. bis 25. September in der Messe Westfalenhallen Dortmund statt. Sie ist am Messedonnerstag, von 10 bis 18 Uhr, ausschließlich für Fachbesucher, am Messefreitag von 10 bis 18 und am Messesamstag, von 10 bis 17 Uhr, auch für Endverbraucher geöffnet.

Veranstalter der FA!R2010 ist die Messe Westfalenhallen Dortmund GmbH und ideeller Träger der Verein „Eine Welt Netz NRW“. Förderer sind die Staatskanzlei und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, die InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH aus Mitteln des BMZ und Ziel2.NRW. Partner der FA!R2010 sind der Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland und die Stadt Dortmund.

Besucherzielgruppe von Messe und Fachtagung sind all diejenigen, die sich für fair gehandelte Produkte interessieren und sich über Zukunftstrends im Fairen Handel informieren möchten; das betrifft Fachleute wie Einkäufer für den Fach- und Einzelhandel, die Gastronomie und Institutionen ebenso wie Endverbraucher.

Weitere Informationen unter www.fair2010.de.

 

Medien-Information 93/ 2010 - 17. Juni 2010
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