"Der Außer-Haus-Markt ist in Deutschland der Bereich bei Fairtrade mit der größten Dynamik und den höchsten Wachstumsraten", sagt Dieter Overath, Geschäftsführer von Transfair e. V. "In einer Studie gaben mehr als die Hälfte der Verbraucher an, in Zukunft noch stärker ethisch konsumieren zu wollen. Produkte aus Fairen Handel tragen diesem Trend Rechnung", so Overath.1 Der gemeinnützige Verein Transfair e. V. setzt sich seit 1992 für den Fairen Handel und damit für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Produzentenfamilien ein.
Seit 2004 hat sich der Absatz von Fairtrade-Produkten im Außer-Haus-Markt mehr als vervierfacht.2 Der höchste Umsatz wurde dabei mit Kaffee, Tee und Trinkschokolade erzielt. Vor allem die Nachfrage nach fair gehandeltem Biokaffee stieg: Im Jahre 2009 wurden 238 Millionen Tassen Fairtrade-Kaffee in über 15.000 Coffee-Bars, Bäckerei- und Konditoreifilialen, Kantinen und anderen gastronomischen Betrieben ausgeschenkt.
Bei vielen Gastronomie- und Hotelleriebetrieben ist das Thema allerdings noch nicht wirklich angekommen. Ein Grund dafür ist, dass fair gehandelte Produkte häufig zu Unrecht in der Kritik stehen, überteuert zu sein oder den Ansprüchen der Gäste nicht Genüge zu tun. Dabei ist eher das Gegenteil der Fall: "Fairtrade-Kaffees belegten bei Stiftung Warentest oder Ökotest Spitzenplätze. Darüber hinaus bieten Fairtrade-Produkte gastronomischen Betrieben die Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben und dem Verbrauchertrend nach Transparenz und fairen Produktionsbedingungen Rechnung zu tragen", so Overath.
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Mittlerweile gibt es jedoch rund 40 Hersteller, die jeweils verschiedene Sorten Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel anbieten, davon tragen 65 Prozent zusätzlich das Bio-Siegel. Und das Sortiment wird stetig erweitert. Den Fairtrade-Kaffee gibt es in unterschiedlichen Spezialitäten von mild, über Espresso, sowie auch gemahlen, als ganze Bohne oder Instant. Darüber hinaus sind Zuckersticks, Saft, Wein, Trinkschokolade, Reis, Gewürze, Schokoladenriegel und Eiscreme mit dem Fairtrade-Siegel erhältlich. Tee, Kaffee und Trinkschokolade sind zudem auch als Vending-Produkte für Heißgetränkeautomaten verfügbar. Das heißt, an einer zu geringen Auswahl kann die Entscheidung für fair gehandelte Produkte nicht scheitern.
Der Kostenfaktor spielt in der Gastronomie natürlich immer eine wesentliche Rolle. Preislich liegen die Produkte aus Fairem Handel über Weltmarktniveau, damit sie sowohl die Produktions- als auch die alltäglichen Lebenshaltungskosten der Produzenten decken können. Sie müssen damit aber nicht automatisch teurer, sondern können auch günstiger sein als konventionelle Produkte, sofern sie nicht mit Sonderangeboten verglichen werden.
Neben dem Preis stellt auch die fehlende Zeit, sich ausführlicher mit dem Thema zu befassen, ein wichtiges Kriterium für viele Gastronomen dar. Da das Angebot jedoch stetig wächst, ist der Einkauf der Produkte wesentlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Meist hat der jeweilige Großhändler bereits einige faire Produkte im Sortiment. Darüber hinaus bieten Fair-Handels-Organisationen Unterstützung an. Dazu gibt es spezielle Angebote für gastronomische Betriebe während der Fairen Woche im September 2010 zum Beispiel. Interessierte Gastronomen können hier selbst Kunden-Aktionen mit fair gehandelten Produkten durchführen, um besser beurteilen zu können, welche Produkte am besten ins eigene Sortiment passen.
Eine gute Gelegenheit, Produkte aus Fairem Handel kennenzulernen und sich ausführlich zu diesem Thema beraten zu lassen, bietet außerdem die Messe FA!R2010, die vom 23. bis 25. September erstmals in der Messe Westfalenhallen Dortmund stattfindet. Die Messe wird das gesamte Produktspektrum des Fairen Handels abbilden und viele nützliche Informationen für Fachleute und Endverbraucher liefern. Hersteller, Importeure, Händler und Lizenznehmer aus Deutschland und dem Ausland präsentieren faire Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Textilien und Blumen. Dazu locken eine Modenschau, eine faire "Genusswelt" mit Kochduell, Kaffee-, Tee-, Wein- und Schokoladen-Verkostungen, Cocktail- und Cafébar und vieles mehr. Darüber hinaus wird es im Rahmen der Messe eine Fachtagung zum Fairen Handel geben. Sie greift unter dem Titel: "Konsequent glaubwürdig?! – Globales Wirtschaften auf dem Prüfstand" das Thema Wirtschaftsethik auf und diskutiert mit Fachleuten aus dem europäischen In- und Ausland über Wirtschaftsethik, Produktionsbedingungen ausgewählter Rohstoffe, sozial gerechtes Beschaffungswesen sowie über die Zukunft der Weltläden.
1) Quelle: Otto Group Trendstudie 2009: Die Zukunft des ethischen Konsums. Internet: www.trendbuero.de
2) Quelle: Transfair e. V., Internet: www.transfair.org
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Fakten zur FA!R2010
Die FA!R2010, Messe und Fachtagung zum Fairen Handel, findet vom 23. bis 25. September in der Messe Westfalenhallen Dortmund statt. Sie ist am Messedonnerstag, von 10 bis 18 Uhr, ausschließlich für Fachbesucher, am Messefreitag von 10 bis 18 und am Messesamstag, von 10 bis 17 Uhr, auch für Endverbraucher geöffnet.
Veranstalter der FA!R2010 ist die Messe Westfalenhallen Dortmund GmbH und ideeller Träger der Verein „Eine Welt Netz NRW“. Förderer sind die Staatskanzlei und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, die InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH aus Mitteln des BMZ und Ziel2.NRW. Partner der FA!R2010 sind der Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland und die Stadt Dortmund.
Besucherzielgruppe von Messe und Fachtagung sind all diejenigen, die sich für fair gehandelte Produkte interessieren und sich über Zukunftstrends im Fairen Handel informieren möchten; das betrifft Fachleute wie Einkäufer für den Fach- und Einzelhandel, die Gastronomie und Institutionen ebenso wie Endverbraucher.
Weitere Informationen unter www.fair2010.de.
Medien-Information 105 / 2010 - 4. August 2010
honorarfrei -Belegexemplar erbeten

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