Metall und Kunststoff treffen sich in Dortmund
Erstes Innovationsforum Verfahrensintegration erfolgreich

Premiere gelungen. Zufriedene Gesichter bei Teilnehmern und Veranstaltern des zweitägigen Innovationsforums Verfahrensintegration im Kongresszentrum Westfalenhallen in Dortmund. Unter dem Markendach der zweijährlich stattfindenden Fachmesse Proform bietet die Messe Westfalenhallen Dortmund GmbH in Zusammenarbeit mit dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid, dem Institut für Umformtechnik und Leichtbau (IUL) der Technischen Universität Dortmund sowie der Wirtschaftsförderung Dortmund in den messefreien Jahren den Kongress mit einer Vielzahl hochkarätiger Fachreferenten an. Im Mittelpunkt steht die Produktion von Metall- und Kunststoffbauteilen in einer gemeinsamen Fertigungslinie, die Verfahrensintegration Metall / Kunststoff also. Die Themen reichen von Einblicken in die Werkstoffeigenschaften bis hin zu exemplarischen Produktionsbeispielen, bei denen der Materialverbund schon jetzt erfolgreich eingesetzt wird. Mit fast einhundert Teilnehmern aus der Metall und der Kunststoff verarbeitenden Industrie war das erste Forum am 24. und 25. Juni 2009 gut besucht. Den Industrievertretern war das innovative Thema auch in der Wirtschaftskrise den Beteiligungspreis von rund 400 Euro wert.

Stefan Baumann, Geschäftsführer der Messe Westfalenhallen Dortmund GmbH erklärt, warum die Verfahrensintegration in Dortmund ihr „Zuhause“ gefunden hat: „Wir zeigen den Nutzen der Verfahrensintegration auf. Ob mit der Proform oder dem Innovationsforum Verfahrensintegration: Uns geht es darum, einen Raum zu bieten, der Menschen und innovative Ideen zusammenbringt. Wir sind Kontaktvermittler. Denn der Bedarf nach Austausch ist unter den Vertretern des bislang weitgehend getrennt arbeitenden Branchen Metall- und Kunststoffverarbeitung groß.“
 
Startschuss zur zweiten Proform im Juni 2010
Die Proform, Fachmesse für Stanz- und Spritzgießtechnik im innovativen Technologieverbund, war im vergangenen Jahr die erste Messe hierzulande, die sich mit dem Zukunftsthema der Verfahrensintegration auseinandergesetzt hat. Mit Erfolg. Rund 2000 Fachbesucher, davon fast 90 Prozent Entscheider, sind der Einladung nach Dortmund gefolgt. Das integrierte Fachforum Verfahrensintegration besuchten mehr als 700 Fachleute.

Zeitgleich mit dem Innovationsforum Verfahrensintegration wurde nun der Startschuss für die zweite Proform vom 8. bis 11. Juni 2010 gegeben. Ab sofort können Aussteller sich anmelden.

60 Prozent aller Stanzteile sind mit Kunststoff verbunden
Die Verfahrensintegration ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen für die produzierende Industrie. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, sucht meistens nach technischen Lösungen, um die besonderen Eigenschaften der komplementären Werkstoffe Metall und Kunststoff miteinander zu verbinden. Der Materialvorteil von Kunststoff ist das geringe Gewicht und die bessere Isolation. Bei Metall stehen die hohe Steifigkeit sowie die Leitfähigkeit im Vordergrund. Beide Werkstoffe ergänzen sich ideal. Das erklärt auch, warum schon heute über 60 Prozent der Metallstanzteile mit Kunststoffteilen direkt oder indirekt verbunden werden, Tendenz weiter steigend. Die Verfahrensintegration nutzt additiv die jeweiligen Vorteile der Werkstoffe. Das Innovationsforum Verfahrensintegration bot Antworten für die praktische Umsetzung. Unternehmen erschließen enorme Potenziale zur Steigerung der eigenen Wirtschaftlichkeit, wenn sie es schaffen, den Metall- und Kunststoffverbund ihrer Bauteile intelligent in einer Fertigungslinie zu realisieren.

Von der Automobilbranche bis zur Küche
Ein Schwerpunkt für Metall- und Kunststoffverbunde ist der Automotive-Bereich. Vor allem für die Produktion von umweltfreundlichen, leichteren Fahrzeugen benötigt man den intelligenten Materialverbund. Gesucht werden Lösungen, die multifunktionale Bauteile ermöglichen. Fachleute sind sich einig, dass unter anderem das Thema der Elektro-Fahrzeuge in kürzester Zeit durch die Verfahrensintegration deutliche Fortschritte erleben wird, da es dort u.a. stärker auf das Gewicht der einzelnen Bauteile ankommen wird, als in Zeiten leistungsstarker Verbrennungsmotoren. Der Materialverbund von Kunststoff und Metall wird aber nicht nur bei Konstrukteuren und Teilelieferanten der Automobilbranche immer mehr im Fokus stehen. Stark nachgefragt werden auch durch andere Branchen Lösungen im Dekor-Bereich. Das Interesse bei Möbel- und Küchenherstellern beispielsweise ist vorhanden. Sie suchen nach eigenen Lösungen, um die Haptik und Steifigkeit von Metall und die besonderen, flexiblen Eigenschaften von Kunststoff miteinander zu vereinen. Keine Zweifel: Die Proform und das Innovationsforum Verfahrensintegration rennen in vielen Branchen offene Türen ein.

Fotos zum Download finden Sie nach einem Klick auf den folgenden Box-Link.