- „Umzug in die neue Halle geglückt“
- Publikumsrenner: Schmuck aus Meteoriten
Zentner schwere Meteorite und über 570 Millionen Jahre Evolution gab es am vergangenen Wochenende in der Messe Westfalenhallen Dortmund zu bestaunen. Rund 6.200 Besucher kamen am 2. und 3. Dezember 2006 auf die 17. Westdeutschen Mineralientage, um sich Exponate aus dem Reich der Meteorite, Mineralien, Fossilien, Gold und Edelsteine anzusehen. Das internationale Angebot an seltenen Exponaten aus Ländern wie Australien, Brasilien, Madagaskar, Marokko, Indien, China und Russland war nicht nur ein Paradies für Sammler und Hobby-Geologen. Viele nutzten die Gelegenheit, um originelle Weihnachtsgeschenke, wie zum Beispiel Schmuck aus Meteoriten, einzukaufen. Erstmals fand die Ausstellung in der Westfalenhalle 4 statt.
„Der Umzug in die neue Halle ist geglückt. Die Infrastruktur und der technische Komfort konnten auf diese Weise weiter verbessert werden“, so Hans Brabender, fachlicher Berater der Mineralientage. Bereits Anfang 2006 hatte man sich dazu entschieden, die Mineralientage in die Westfalenhalle 4 zu verlegen, um das Aussteller- und Flächenplus aufzufangen und um Eventflächen, Gastronomie- und Ruhezonen auszuweiten. Mit 221 Ausstellern aus insgesamt 18 Ländern – und damit 14 Prozent mehr als 2005 – war die Westfalenhalle 4 komplett ausgebucht.
Die Westdeutschen Mineralientage boten in diesem Jahr ganz besondere Themen: Meteorite von Fundstätten aus der ganzen Welt, Vorträge und Filmbeiträge zu den „Boten aus dem All“ zogen viele Familien und Kinder auf die Ausstellung. Der gewichtigste Meteorit war ein Eisenmeteorit von 190 Kilogramm, der erst im Juli 2006 in Muonionalusta, Schweden, gefunden wurde und nun auf den Mineralientagen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Darüber hinaus konnten die Besucher in der Sonderschau „Tastsinn“ 570 Millionen Jahre Evolution begreifen. In der für sehbehinderte und sehende Besucher konzipierten Ausstellung wurden die Besucher durch einen erdgeschichtlichen Lernpfad geführt, konnten im Dunkeln rund 120 Exponate betasten. Zu den Exponaten zählten Millionen Jahre alte Fossilien wie ein Hai von 1,70 Länge, ein Dinosaurierei, Ammoniten, Schnecken, Fische und sogar ein Mammutzahn. Wie in Ausstellungen sonst eher unüblich, sollten die Exponate hier ausdrücklich angefasst werden. „Insbesondere blinde Besucher waren von der Ausstellung angetan, denn für Sie gibt es kaum Museen“, so Annesuse Raquet-Schwickert von fossils worldwide. Michael und Annesuse Schwickert haben die Sonderschau entwickelt. Sie sind seit mehr als 25 Jahren in der Paläontologie tätig. Naturwissenschaftliche Museen weltweit zählen zu ihren Kunden.
Großen Anklang fand auch wieder das „Goldwaschen“. Hier herrschte an beiden Tagen Hochbetrieb. Neben den kleinen schaarten sich auch „große Kinder“ um das große Wasserbecken, um professionell nach Gold zu schürfen.
Immer größerer Beliebtheit erfreut sich der Service der Edelstein-Bestimmung vom Verband des Deutschen Mineralien- und Fossilien-Fachhandels DMF e.V. Hunderte von Besuchern trugen Erbstücke oder gerade erworbene Edel- und Schmucksteine zu den Gutachtern, um diese kostenlos bestimmen zu lassen. Ein Besucher lies meteoritenverdächtiges Material untersuchen, das er selbst gefunden hatte. Der Verdacht konnte allerdings nicht bestätigt werden.
Echte und vor allem schwere Meteoriten präsentierte unter anderem die Firma Space Rocks. Ein Brocken aus Russland von etwa 85 Kilogramm hat über die Mineralientage zu einem neuen Besitzer gefunden, außerdem wurde einer der seltenen Pallasite an einen Liebhaber verkauft. Am meisten nachgefragt wurde jedoch Meteoritenschmuck, wie Kettenanhänger, Ringe oder Uhren. „Wir sind mit dem Umsatz in diesem Jahr sehr zufrieden, resümiert Uwe Eger von Space Rocks.
Am Stand von Peter Ohlerich bestand die Hauptattraktion im „Brocken“ knacken. Die Besucher konnten sich an seinem Stand Geoden aussuchen, die dann direkt vor Ort mit schwerem Werkzeug aufgebrochen wurden. Wer Glück hatte, fand in den geöffneten Geoden Quarzkristalle oder Amethysten. Sie entstehen in den Hohlräumen des Lavagesteins. Wer Pech hatte und keine Mineralien fand, durfte eine neue Gesteinskugel wählen „Ein bisschen wie Lotto spielen, nur dass bei uns die Nieten nicht bezahlt werden müssen“, so Peter Oehlerich. Insgesamt vier Zentner Geoden wurden an den beiden Tagen geknackt. Neben den Geoden gehörten unter anderem seltene Opale aus Oregon, versteinertes Holz aus Nordamerika und Sandsteinbilder aus Süd-Utah zu den Spezialitäten des Händlers. „Wir haben Spitzenumsätze gemacht, noch besser als im letzten Jahr, und sind 2007 ganz sicher wieder mit dabei“, freut sich Oehlerich.
Mehr als 64 Prozent der Aussteller kündigten bereits jetzt an, im nächsten Jahr bestimmt oder sehr wahrscheinlich wieder dabei zu sein. Nur einige wenige der befragten Aussteller schlossen ihre Teilnahme für 2007 aus. Der Rest hatte sich zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht entschieden.
Die Westdeutschen Mineralientage 2007 finden am 1. und 2. Dezember statt.

English »