Die Entstehungsgeschichte des Ruhrgebiets
Vor rund 330 Millionen Jahren war das Ruhrgebiet eine feuchtwarme Waldsumpfmoorlandschaft. Pflanzen und Bäume verrotteten zu Torf und bildeten sich durch mechanische und chemische Prozesse zu Kohle um. Diese so genannte "Inkohlung" dauerte etwa 50 Millionen Jahre. In den Gesteinsschichten finden sich noch heute Fossilien von urzeitlichen Bäumen und Pflanzen. Um diese fossilen Zeugnisse der Erdgeschichte wird es auf den diesjährigen Westdeutschen Mineralientagen in der Sonderschau "Kohleversteinerungen aus dem Ruhrgebiet" gehen. Der GeoPark Ruhrgebiet e. V., der sich dem aktiven Schutz und Erhalt des geo-wissenschaftlichen und montanhistorischen Erbes des Ruhrgebiets verschrieben hat, wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum mit interessanten Vorträgen und Exponaten über das vielfältige Rohstoffvorkommen im Ruhrgebiet informieren. Anhand außergewöhnlicher Stücke wie rund 320 Millionen Jahre alte Kohleversteinerungen, dem einzigen „Bernstein“ des Ruhrgebiets, verschiedenen Bleiglanz-Stufen und anderen Mineralien wird die Entstehungsgeschichte des Ruhrgebiets und der Ursprung für die Entwicklung der Region anschaulich dargestellt. Die Rohstoffvorkommen im Ruhrgebiet sind vielfältig. Neben der Steinkohle wurden Blei- und Zinkerze zu Tage gefördert. Sogar Edelmetalle wie Silber und Kupfer wurden im Ruhrgebiet gefunden.
Achate aus dem Duisburger Rheintal
Aber nicht nur unter Tage birgt die Region wertvolle Schätze. Auch der Rhein führt wertvolle Mineralien und Fossilien mit sich. Die Westdeutschen Mineralientage Dortmund präsentieren beeindruckende Achate und versteinertes Holz, darunter etwa 40 Exponate aus der Sammlung von Peter Jeckel. Die Fundstücke stammen aus den Kiesgruben des Rheins von Bonn bis zur niederländischen Grenze, unter anderem aus dem Duisburger Rheintal.
Der Schwimmsaurier von den Westfalenhallen
Das Forum steinkern.de ist in diesem Jahr das dritte Mal in Folge mit zum Teil spektakulären Exponaten auf den Westdeutschen Mineralientagen zu Gast. Das Forum ist von Fossiliensammlern für Fossiliensammler gemacht, als Informations- und Diskussionsplattform für alles rund um das gemeinsame Hobby – das Sammeln, Präparieren und Zeigen von Fossilien. Karl Stekiel ist aktives Mitglied von steinkern.de. In seiner Freizeit ist er häufig mit Geologenhammer, Strahlstock und Vorschlaghammer auf den Baustellen des Ruhrgebiets unterwegs, um fossile Lebensspuren ausfindig zu machen. So auch im August 2009, als er an der Dortmunder Baustelle „Schnettkerbrücke“ einen besonders seltenen Fund machte – einen Schwimmsaurier, der vor rund 90 Millionen Jahren durch das Dortmunder Kreide-Meer schwamm. Denn wo heute Westfalenhalle, Stadion und Dortmunder „U“ stehen, war vor Millionen von Jahren Land unter.
Nach aufwändiger Präparation im Westfälischen Museum für Naturkunde Münster werden die fossilen Überreste des Schwimmsauries nun auf den Westdeutschen Mineralientagen Dortmund erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der Saurier kehrt so in sein angestammtes Revier zurück, denn seine versteinerten Knochen wurden quasi direkt vor der Haustür der Westfalenhallen gefunden. Darüber hinaus wird Stekiel Riesenammoniten und weitere Fossilien von seinen Streifzügen durch das Ruhrgebiet präsentieren.
Spannende Zeitreise durch die Erdgeschichte
Insgesamt werden die Westdeutschen Mineralientage die Besucher mit auf eine spannende Zeitreise durch die Erdgeschichte nehmen. Denn auch das Vortragsprogramm hält interessante Themen für die ganze Familie bereit: von bebilderten Beiträgen zu den geowissenschaftlichen Sammlungen des neuen Ruhr Museums über 3D-Vorführungen zum Steinkohlegebirge bis hin zum Bilderbuchkino für Kinder.
Die vollständige Pressemappe können Sie im Folgenden als PDF downloaden.

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