Der Leistungsfähigkeit der riesigen Terminals stehen drohende Engpässe im Hinterland gegenüber. Eine aktuelle Bestandsaufnahme des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) erwartet signifikante Probleme unter anderem an den Knoten Hamburg und Bremen, bei den Hinterlandverkehren via Berlin und Hannover sowie auf den Nord-Süd-Korridoren und entlang der Rheinschiene. Laut VDB sind gezielte Neu- und Ausbaumaßnahmen mit einem Volumen von 15 Milliarden Euro bis 2020 nötig, um einen Verkehrsinfarkt auf der Schiene zu verhindern. Dabei drängt angesichts langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren die Zeit. Um Schienenstrecken auszubauen, zu modernisieren und ihre Kapazitäten zu erhöhen hat das Bundesverkehrsministerium bereits vor einem Jahr ein Sofortprogramm für den Seehafen-Hinterlandverkehr gestartet, für das bis 2011 rund 255 Millionen Euro zu Verfügung stehen. Häfen und Logistiker drängen derweil auf beschleunigte Verfahren, damit kein Containerstau den Erfolg des Transitverkehrs über die deutschen Seehäfen ausbremst, von dem nicht zuletzt Tausende Arbeitsplätze abhängen.
SEEHÄFEN OHNE ANSCHLUSS?
Die Zeichen stehen langfristig auf Wachstum in den deutschen Seehäfen. Die aktuelle Wirtschaftskrise drosselt zwar das Tempo, hält den Zuwachs an Gütern aber nicht auf. Allein im Hinterland droht Ungemach, wenn die Container zwar von den Schiffen geladen und auf den Weg gebracht werden können, die Verkehrsknoten von Straße und Schiene im Binnenland aber überlastet sind. Die Containerhäfen vom Rotterdam bis Hamburg stellen sich schon jetzt auf, um die wachsenden Kapazitäten verarbeiten zu können. Wie das Hinterland mit seiner Verkehrsinfrastruktur den prognostizierten Steigerungen Stand halten kann und was Hafenbetreiber, Logistiker und Bahnunternehmen von der Politik erwarten, wird im Kongress der #rail2009 am ersten Messetag thematisiert. An der Diskussion im Forum „Die Seehäfen mit Potenzial – Wird das Binnenland zum Nadelöhr?“ beteiligen sich am Montag, 9. November, unter anderem DB-Logistik-Vorstand Dr. Karl-Friedrick Rausch, Alan J. Gibson, Managing Director ERS Railways, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender Duisburger Hafen AG, Dr. Sebastian Jürgens, Vorstand Geschäftsbereich Intermodal Hamburger Hafen und Logistik AG, und Rüdiger Beckmann, Vertriebsleiter JadeWeserPort Logistics Zone Gmbh. Mit dem JadeWeserPort startet 2011 ein neuer Mega-Port, der als einziger deutscher Tiefwasserhafen tideunabhängig auch die größten, weltweit in Planung befindlichen Containerschiffe voll beladen abfertigen kann.
