STREITGESPRÄCH ZUR FINANZIERUNG DER INFRASTRUKTUR

In Zeiten stark begrenzter Mittel für die Infrastruktur sind die Begehrlichkeiten umso größer. Bei Schiene, Straße, Wasserwegen und im Nahverkehr sind Investitionen dringend notwendig – doch bei welchem Verkehrsträger sollen die Prioritäten liegen?

Unmittelbar nach der Bundestagswahl im September hat die Bahnbranche von der neuen Regierung einen fairen Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern eingefordert und ihre Erwartungen an die Politik in dem Positionspapier „Fahrplan Zukunft“ gebündelt. Gleichzeitig beklagt etwa die Autolobby eine riesige Finanzierungslücke im Straßenbau, der mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen nicht Schritt hält. Auch der öffentliche Personennahverkehr ist mit einem erheblichen Finanzierungsbedarf konfrontiert, um Infrastruktur und Betrieb zu sichern und weiterzuentwickeln. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Deutschen Städtetages und des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) macht schon heute einen Nachholbedarf von 2,4 Milliarden Euro in Deutschland aus, um Schienen von U-, Stadt- und Straßenbahnen zu erneuern und Stationen instand zu halten.

Weil eine leistungsfähige Infrastruktur der Verkehrswege und -systeme eine wesentliche Grundlage für gesellschaftliche Mobilität und wirtschaftliches Wachstum ist, fließen erhebliche Mittel aus den aktuellen Konjunkturprogrammen der Regierung in entsprechende Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen. Sie sind für die Verkehrsträger von großer Bedeutung, müssen aber im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit kritisch geprüft werden. Auf der #rail2009 formulieren Vertreter der verschiedenen Verkehrsträger ihre jeweiligen finanziellen Ansprüche. Im Forum „Schiene, Straße, Wasser – wohin mit dem knappen Geld für unsere Infrastruktur?“ am Mittwoch, 11. November, legen sie ihre jeweilige Situation dar und begründen ihren Bedarf. Dabei treffen sich zum Streitgespräch auf dem Podium unter anderem Dirk Flege, Geschäftsführer Allianz pro Schiene, Wolfgang Rose, Vorsitzender Auto Club Europa (ACE), Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag, Geschäftsführer Nahverkehr Rheinland, und Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik.