AUFGABENTRÄGER KRITISIEREN INFRASTRUKTURKOSTEN

Steigende Energie-, Stations- und Trassenpreise im SPNV stehen zunehmend in der Kritik. Die Infrastrukturkosten belasten die Bestellerorganisationen inzwischen mit Millionensummen. „Wir bezahlen heute schon mehr als 50 Prozent unserer Bestellerentgelte für Infrastruktur und Energie“, erläutert Martin Husmann, Vorstand des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und betont: „In den derzeitigen Strukturen ist ein marktgerechter Wettbewerb nicht möglich.“ Wie Husmann sehen sich alle Aufgabenträger bundesweit vor zu hohe Fixkosten gestellt. „Wenn wir nicht gegensteuern, werden wir in einigen Jahren von den Regionalisierungsmitteln nur noch die Nebenkosten bezahlen können“, fürchtet beispielsweise auch Klaus Rüdiger Malter, Geschäftsführer Nahverkehrsservice Sachsen Anhalt (NASA).

Auf der #rail2009 suchen die Bestellerorganisationen nach gemeinsamen Lösungswegen,  effektiven Wettbewerbsstrategien und einer ebenso marktgerechten wie praxisorientierten Ausschreibungspolitik. Im Aufgabenträger-Forum am Dienstag, 10. November, stehen unter dem Titel „Stationen, Netze, Energie – Werden die Fixkosten zur Wettbewerbsfalle?“ auch die Einführung einer Qualitätssicherung der Eisenbahninfrastruktur sowie eine funktionierende Entgeltregulierung zur Diskussion. Neben Martin Husmann und Klaus-Rüdiger Malter garantieren die weiteren Namen auf der Referentenliste ein spannendes Streitgespräch: Stefan Garber, Vorstand Deutsche Bahn AG, Dr. Iris Henseler-Unger, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, Winfried Stork, Verbandsvorsteher Nahverkehr Westfalen-Lippe, und Bernhard Wewers, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV, sitzen sich auf dem Podium gegenüber.