Der Bahnlärm wird immer mehr zu einem öffentlichen Streitthema – und damit zu einem zentralen Handlungsfeld für moderne Bahnunternehmen. Schließlich empfinden etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung die Eisenbahn als „zu laut“, ein Viertel davon fühlt sich schwer belästigt. Anwohner an Schienenstrecken leiden vor allem unter den Gütertransporten, die ihnen Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Die Bahn muss daher leiser werden, wenn sie eine Zukunft haben soll. So jedenfalls lauten die Forderungen von zahlreichen Bürgerinitiativen. Auf der #rail2009 haben sie die Möglichkeit, ihre berechtigten Interessen mit Politikern sowie Vertretern aus Bahnwirtschaft und Fahrzeugindustrie zu diskutieren.
EU-Umgebungsrichtlinie im Fokus
Betroffene und Verantwortliche treffen sich am dritten Messetag zum Forum „Stille Nacht? – Wer schaltet den Verkehrslärm ab?“ Hier formulieren die unter Schienenverkehrslärm leidenden Anwohner ihre Erwartungen an Betreiber und Industrie, werden technische Entwicklungen, Konzepte und Lösungsvorschläge erörtert, mit denen sich ein effektiver Lärmschutz wirtschaftlich und so schnell wie möglich realisieren lässt. Den Rahmen für die Diskussion setzt unter anderem die zweite Stufe der EU-Umgebungsrichtlinie, von der viele Betreiber und somit auch die Lieferanten von Bahntechnik betroffen sind. Im Blickpunkt der Diskussionspartner steht auch das bundesweit erste Pilotprojekt für Schienendämpfer und neuartige Schallschutzwände, das im April dieses Jahres zwischen Bingen-Gaulsheim und Gau-Algesheim in Rheinland-Pfalz gestartet ist.
