zum Inhalt Springen
  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
  • Google+
  • RSS
  • Schriftgröße

Große Westfalenhalle bald noch größer


Neue Kapazität: Mehr als 15.000 Zuschauer


Die Westfalenhalle 1, eine der traditionsreichsten Veranstaltungsarenen Deutschlands, erweitert ihre Zuschauerkapazität. Die Veranstaltungszentrum Westfalenhallen GmbH hat die Baugenehmigung für die entsprechenden Umbauarbeiten erhalten. Das Fassungsvermögen der Halle 1 steigt in zwei Schritten insgesamt um bis zu 1.380 Plätze. Am Mittwoch, dem 13. Juli, haben die Arbeiten begonnen, Mitte September soll der erste Bauabschnitt beendet sein.

Die Westfalenhallen nutzen die besucherschwächeren Sommerwochen, um ihr „bestes Stück“ auszubauen. Teil Zwei der Baumaßnahmen findet dann im Sommer 2012 statt. Danach ist die neue Maximalkapazität von 15.380 Zuschauern erreicht. Bei einer Bühne vor Kopf, wie sie zum Beispiel bei den meisten Rock-Konzerten eingesetzt wird, passen rund 13.000 Personen hinein.

Für Jochen Meschke, Geschäftsführer der Veranstaltungs-zentrum Westfalenhallen GmbH, sind die Arbeiten Teil eines Bündels von Maßnahmen, mit denen er die Position der legendären Dortmunder Halle im Wettbewerb stärken will. „Dazu gehört auch die Ausstattung einer weiteren Event-Lounge mit einem exklusiven Balkon“, erklärt er. Die Ladenstraße, also der Umgang im Erdgeschoss, wird zudem großzügiger nutzbar gemacht, indem Verkaufsstände in Nischen verlagert werden. Und es werden zusätzliche Garderoben und noch mehr Notausgänge eingerichtet. Erst kürzlich hatte die Halle 1 außerdem eine neue Klimaanlage erhalten.

„Wir machen die Große Westfalenhalle noch attraktiver für Besucher und Veranstalter“, fasst Meschke zusammen. Dabei baut er auch auf einen ohnehin schon guten Ruf der Arena. „Hier ist Sport- und Musikgeschichte geschrieben worden“, sagt er. „Die Halle atmet diese Historie förmlich.“ Gleichzeitig verfüge die Westfalenhalle 1 über ein starkes direktes Einzugsgebiet: „Östliches Ruhrgebiet, Münsterland, Sauerland, Märkischer Kreis – wer hier wohnt, für den ist die Große Westfalenhalle ein Stück Heimat und legendärer Event-Schauplatz zugleich“, erklärt Meschke. Veranstalter wissen: Im engeren Einzugsgebiet leben geschätzte sechs Millionen Menschen, im 150-Kilometer-Radius sogar 20 Millionen.

Ausbau der Radrennbahn

Die Erweiterung der Besucherkapazität geht einher mit einem Ausbau der Radrennbahn. Die Kurven der Bahn waren bisher fest


in der Halle installiert. „Trotzdem halten wir uns alle Perspektiven offen“, so Meschke. Radsport könne auch auf einer Mietbahn stattfinden – vorausgesetzt natürlich, er werde als Arena-Veranstaltung wieder wirtschaftlich ausreichend attraktiv.
 
Da die Behinderung durch die Radrennbahn, insbesondere durch die Hydrauliktore, wegfällt, wird der Auf- und Abbau für Veranstaltungen in der Großen Westfalenhalle zukünftig einfacher. Die Vergrößerung der nutzbaren Fläche im Innenraum erhöht aber auch die Attraktivität von Veranstaltungen wie ADAC Supercross oder das Reitturnier Signal Iduna Cup. Es steht für sie schlicht mehr Platz zur Verfügung.

___________________________________________________

Westfalenhalle 1: Wissenswertes in Kürze
• Eine der traditionsreichsten Sport- und Veranstaltungsarenen in Deutschland und Europa, denkmalgeschützt.
• Multifunktionale Halle, genutzt für Messen, Kongresse, Konzerte, Sportveranstaltungen, Firmenpräsentationen, Events.
• Beliebteste Halle des Unternehmensverbundes, daher Abbildung im Logo der Westfalenhallen Dortmund GmbH.
• Innenraum: bisher 2.800 m² Fläche, zukünftig 3.400 m²
• Fassungsvermögen: Bisher 14.000 Menschen, zukünftig 15.380 (Mittelbühne). Bei Kopfbühne: 13.000.
• Höhe: 24,5 Meter
• 1925 erstmals erbaut, noch als Holzkonstruktion. Zerstörung 1944. Neubau und Eröffnung der neuen Westfalenhalle 1 im Februar 1952 durch den damaligen Bundespräsidenten Heuss.
• Regelmäßig Modernisierungen. Im Prinzip ist alles bis auf den Betonkern im Laufe der Zeit überarbeitet worden.
• 2010 gingen in der Halle allein 54 Entertainment-Veranstaltungen über die Bühne, außerdem viele Sport-Events und Firmenveranstaltungen. Rund eine halbe Million Besucher wurden gezählt.
• Sport: Über 30 Weltmeisterschaften und über 50 Europameisterschaften fanden in der Halle bereits statt. Unter anderem wurde hier auch der Handball-Supercup „erfunden“.
• Außerdem fanden in mehr als fünf Jahrzehnten viele legendäre Rock-, Pop- und Klassik-Konzerte (von ABBA bis AIDA) statt. Die gesamte Konzertstatistik der Veranstaltungszentrum Westfalenhallen GmbH umfasst mehr als 1.000 Künstler.
• In der Westfalenhalle 1 begann die Karriere von Chris de Burgh. Er schaffte bei der „Nacht der Lieder" den Durchbruch. 1981 gastierte Pink Floyd auf der legendären „The-Wall“-Tour nur in vier Städten weltweit: Los Angeles, New York, London – und Dortmund. In der Westfalenhalle 1 verzauberte David Copperfield 1993 und 1995 rund 200.000 Menschen. Peter Maffay brachte es 1994 mit „Tabaluga“ auf  110.000 Zuschauer.
• 1952 präsentierte die Große Westfalenhalle als eine der beiden ersten Austragungsstätten Deutschlands „Holiday on Ice“.
• Im Oktober 1994 wurde in der Westfalenhalle 1 die erste „Night of the Proms“ in Deutschland durchgeführt.
• 1989 fand hier zum ersten Mal in Deutschland überhaupt Hallen-Supercross statt.
• Die Halle gilt als eines der wichtigsten Techno-Zentren Deutschlands. Hier findet seit einem Vierteljahrhundert nicht nur die MAYDAY, sondern neuerdings auch das Harder-Styles-Festival Syndicate statt.
• Die Westfalenhallen insgesamt begrüßten 2009 ihren 100-millionsten Besucher seit 1952.

Foto: Szenen vom heutigen Abbau der Radrennbahn in der Westfalenhalle 1.