Dortmund (AWe) – Die INTERMODELLBAU bleibt eine der erfolgreichsten Ausstellungen in der Messe Westfalenhallen Dortmund und hat ihre europäische Spitzenposition bestätigt. Auch 2007 gelang es ihr, 100.000 Besucher anzuziehen. Damit konnte das Niveau des Vorjahres nahezu wieder erreicht werden. Stefan Baumann, Geschäftsführer der Messe Westfalenhallen Dortmund GmbH: „Wir haben eine atmosphärisch überaus gelungene INTERMODELLBAU mit zahlreichen neuen Attraktionen und weithin zufriedenen Besuchern und Ausstellern hinter uns.“
Gäste von weit her
15,8 Prozent der Besucher, und damit mehr als 2006, leg-ten für die Anreise zur INTERMODELLBAU 2007 über 300 Kilometer zurück, 32,7 Prozent fuhren 100 bis 300 Kilometer weit, und 20,3 Prozent reisten aus 50 bis 100 Kilometern Entfernung an. So das Ergebnis der Besucherbefragung durch ein unabhängiges Messe-Marktforschungsinstitut.
Traditionell zieht die führende Ausstellung für Modellbau und Modellsport in Europa viele Gäste aus dem Ausland an. 15,7 Prozent der Besucher reisten in diesem Jahr über die Grenzen an. Internationale Besucher kamen zum Bei-spiel aus den Benelux-Staaten, aus Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Norwegen und der Tschechischen Republik. An einem Stand in Halle 4 konnten sogar zwei Neuseeländer begrüßt werden, die nach eigenen Angaben eigens wegen der INTERMODELLBAU nach Dortmund gekommen waren.
Wieder einmal kurbelte die INTERMODELLBAU 2007 auch das heimische Hotelgeschäft an. Jeder zehnte Besucher übernachtete in Dortmund und Umgebung. Damit checkten etwa 10.000 Menschen wegen der Ausstellung in Hotels der Region ein.
Acht von zehn Besuchern haben auf der INTERMODELL-BAU 2007 etwas gekauft, im Schnitt für 244 Euro. Damit wurden auf der Ausstellung insgesamt mehr als 19 Millionen Euro umgesetzt. Dies entspricht dem Vorjahresniveau. Die Hälfte der Käufer hat mit der Anschaffung gezielt bis zur INTERMODELLBAU gewartet.
Aus Sicht der Aussteller erfreulich: Die INTERMODELLBAU gibt auch nach Messeschluss noch Anreiz weiter einzukaufen. Fast die Hälfte der Besucher war sicher, auf der Grundlage von auf der Ausstellung erhaltenen Informationen später noch etwas kaufen zu wollen. Damit kann das Nach-messe-Geschäft voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.
Für 82,1 Prozent der Aussteller sind die Erwartungen, mit denen sie zur INTERMODELLBAU 2007 gekommen waren, teilweise oder vollständig erfüllt worden. Für weitere 6,5 Prozent wurden die Erwartungen sogar noch übertroffen.
Modellbahnen waren wieder der Renner
Die beliebtesten Angebotsbereiche auf der INTERMO-DELLBAU 2007 waren: Eisenbahnen (mit großem Abstand), Zubehör, Flugzeuge, Bausätze, Werkzeuge, Plastikmodell-bau und Autos/Minicars. Damit haben speziell Flugzeuge und Autos in der Gunst der Besucher im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Die Besucher waren vom Angebotsspektrum der INTERMODELLBAU begeistert. Bei der Vergabe von Schulnoten erzielte das Angebot einen Mittelwert von 1,9. Für 95,5 Prozent der Besucher hat sich das Kommen nach eigenen Angaben gelohnt.
Interessant, dass die INTERMODELLBAU auch bei der 29. Durchführung immer noch große neue Besucherschichten erschließt. 15 Prozent der Besucher, und damit rund 15.000 Menschen, waren zum ersten Mal auf der Ausstellung.
43,2 Prozent der Besucher planten zum Zeitpunkt der Be-fragung, sich auch die zeitgleich stattfindende hobbytronic in der Westfalenhalle 3B anzuschauen. 75,9 Prozent beurteilten die parallele Durchführung der beiden Ausstellungen als gute Idee.
Neue Konzepte erfolgreich
Erneut stieß das Konzept „Mythos Modellbahn“ auf Zu-stimmung. Die Besucher gaben ihm die Schulnote „gut“. In der Westfalenhalle 8 hatten Europas beste Modellbahn-Anlagen, erstellt von erfahrenen Hobby-Modellbauern, und die Stände deutscher Modellbahn- und Zubehör-Hersteller wie Märklin, Fleischmann oder Faller die Besucher begeistert. Anlaufpunkt war wieder der Lounge-Bereich mit dem „Café Lokschuppen“ und der Aktionsarena. Hier fanden zahlreiche Workshops für Modellbahn-Fans statt. Das Konzept „Mythos Modellbahn“ war 2006 von der Messeleitung eingeführt worden, um den Modellbahnsektor auf der IN-TERMODELLBAU aufzuwerten.
In diesem Jahr nun lag das Augenmerk bei den Veränderungen auf der „Flugzeug-Halle“ 4. Stammbesuchern der INTERMODELLBAU fiel auf, dass die Halle neu gestaltet war. Die Präsentationsflächen für Modelle waren verteilt worden und sorgten so für attraktive Verweilpunkte in der gesamten Halle. Flugzeugmodelle waren von der Decke abgehängt worden, um authentisches „Flug-Feeling“ zu erzeugen. Außerdem führte der Deutsche Modellflieger-Verband zum ersten Mal ferngesteuerte Heißluftballone in Halle 4 vor. Die Modellbaufirma Ikarus und das Fachmagazin für den Flugmodellbau FMT boten den Erwerb eines kostenlosen RC-Helikopter-Flugscheins für Jedermann an. Die Messebesucher hatten die Möglichkeit, in einem 40m² großen Schulungsbereich kostenlos das Fliegen eines RC-Helikopters in Praxis und Theorie zu erlernen. Die „Flug-Halle“ 4 erhielt von den Besuchern ebenfalls ein „gut“ bei der Befragung.
Prominente und ein Weltrekord
Wieder einmal gab es auf der INTERMODELLBAU Besuch von prominenten Modellbau-Fans. Am 20. April schauten die aus der gleichnamigen Sat.1-Serie bekannten Polizisten Toto & Harry am Stand des Deutschen Polizeimuseums vorbei. Hagen von Ortloff, Moderator der Fernsehserie „Eisenbahn-Romantik“ im SWR, signierte am gleichen Tag auf der Ausstellung sein Buch „Eisenbahn-Romantik“ zum 15-jährigen Jubiläum der beliebten Sendung. Die TV-Serie gilt unter Modellbahn-Fans als Kultsendung und brachte es auf bislang über 600 Folgen.
Außerdem wurde auf der INTERMODELLBAU ein veritabler Weltrekord aufgestellt. Ein Team aus Dortmunder Modellbauern war angetreten, den kleinsten Weihnachtsbaum der Welt zu bauen, um damit neben dem überregional bekannten Riesen-Weihnachtsbaum im Dezember einen weiteren publikumswirksamen Baum in ihre Heimatstadt zu holen. Gebaut und geschmückt wurde eine Fichte, die zur Spurweite Z (Maßstab 1:220) passt. Wie ein echter Baum wurde sie mit Lichtern und Christbaumkugeln geschmückt – alles maßstäblich miniaturisiert. Die Kugeln haben 1 mm Durch-messer. Der Baum hat eine Höhe von 15 mm und ist in eine komplette Weihnachtsszenerie mit Weihnachtsmann, Schnee und einer Eisenbahn eingebaut.
Der Großteil der Besucher und Aussteller möchte wiederkommen
Positiv stellen sich die Zukunftsaussichten der INTERMODELLBAU dar: Die Bereitschaft der Besucher, die Ausstellung auch im kommenden Jahr zu besuchen, ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auf einer Skala von 1 bis 6, wobei 1 eine sehr hohe und 6 eine sehr geringe Bereit-schaft anzeigt, ergab sich ein Mittelwert von 1,8 (Vorjahr: 2). Zum Aufwärtstrend passt auch, dass die Besucher der Ausstellung in diesem Jahr eine besser Durchschnittsnote gaben als 2006.
Auf Ausstellerseite gaben 85,4 Prozent der Unternehmen – und damit auch hier mehr als im Vorjahr – an, 2008 bestimmt oder sehr wahrscheinlich wieder dabei zu sein. Lediglich einer von 100 Ausstellern wollte die erneute Teilnahme ausdrücklich ausschließen. Der Rest hatte sich zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht entschieden.
Die nächste INTERMODELLBAU findet vom 16. bis 20. April 2008 in der Messe Westfalenhallen Dortmund statt.
INTERMODELLBAU 2007 – so urteilten die Aussteller
Manfred Weigl, Standleiter bei Conrad Electronic:
„Die INTERMODELLBAU ist die bedeutendste Messe für uns. Wir hatten viele Besucher und sind auch kaufmännisch sehr zufrieden. Am Tag gingen bis zu 2.000 Einkaufstüten weg, das gibt einen Einblick in die Kundenfrequenz. Einen enormen Boom hat in diesem Jahr der Verkauf kleiner, leicht zu bedienender Elektro-Helikopter erlebt.“ Die gleichzeitige Veranstaltung von INTERMODELLBAU und hob-bytronic hält er grundsätzlich für sinnvoll, denn: „Eine Tren-nung zwischen Modellbauer und PC-Nutzer gibt es ja im richtigen Leben auch nicht.“
Thomas Peter, Marketing-Leiter bei Dickie-Tamiya Deutsch-land:
„Wir sind mit der INTERMODELLBAU 2007 zufrieden. Unsere Neuheiten, die noch nicht im Handel sind, haben wir auf der Ausstellung in Bewegung, also dynamisch präsentiert. Das hat sehr gut funktioniert. Gut angekommen ist zum Beispiel die Vorstellung unseres neuen Allrad-Monster-Trucks im Maßstab 1:6.“
Alfred Ulmer, Verkaufsleiter Inland bei Graupner:
„Die Besucher kamen in diesem Jahr später am Tag und blieben dafür länger. Wir hatten viele Engländer, Belgier und Holländer am Stand. Zwei Neuseeländer sagten sogar, sie seien eigens für die INTERMODELLBAU nach Dortmund gekommen. Mit dem Messeerfolg sind wir zufrieden. In den Niederlanden können wir keine zusätzliche Messe besuchen, aber hier in Dortmund erreichen wir ja die holländischen Kunden auch.“
Bernd Schmeichel aus der Verkaufsförderung von Revell:
„Unser Stand war gut besucht. Die INTERMODELLBAU ist wegen ihrer hohen Besucherzahl geeignet, viele Endkun-den anzusprechen. Neue Revell-Modelle wie die neue Bis-marck waren in Dortmund erstmals überhaupt live zu erleben.“
Lars Schilling, Marketing-Leiter bei Märklin:
„Ich finde das Café Lokschuppen sehr gelungen. Es be-deutet eine deutliche Aufwertung der Halle 8. Wir hatten auf der Messe gute Gespräche mit Kunden und haben zahlreiche neue Produkte vorgestellt. Das Ruhrgebiet ist einer unserer Schwerpunkt-Märkte in Deutschland. Auf der INTERMODELLBAU wird deutlich mehr gekauft als auf ande-ren Modellbau-Ausstellungen.“
Bernd Fritz, Standleiter bei NOCH:
„Wir waren überrascht über den großen Kundenansturm bereits am ersten Tag. Wir waren erstmals in Halle 8 platziert. Die Halle ist mit dem Café Lokschuppen wirklich gut gestaltet. Die INTERMODELLBAU verfügt über ein unwahrscheinliches Einzugsgebiet und eine hohe Besucherzahl. Deshalb kommen wir jedes Jahr her.“
Stefan Rude, Marketing-Leiter bei FALLER:
„Die INTERMODELLBAU ist eine etablierte Ausstellung mit großer Resonanz bei den Modellbauern. Sie deckt das komplette Modellbau-Spektrum ab. Wir haben auf der Ausstellung 8.000 bis 10.000 Prospekte an Interessenten verteilt. Auf der Aktionsfläche ‚Café Lokschuppen’ in Halle 8 haben wir uns mit einem eigenen Workshop beteiligt, bei dem es den ganzen Tag über rege Teilnahme gab. Das Modellbahn-Hobby hier auch optisch emotional zu präsentieren, ist ein gelungener Ansatz.“
Waltraud Vetter, Messe-Verantwortliche bei Ikarus:
„Dass man die Produkte nicht nur anschauen, sondern auch ausprobieren konnte, ist sehr gut angekommen. Außerdem war die Aktion gut zur Neukunden-Gewinnung geeignet. Besucher, die ansonsten zum Beispiel Schiffsmodellbau betreiben oder von der hobbytronic kamen, konnten auf den Flugmodellbau aufmerksam gemacht werden.“ (Auf einer Aktionsfläche der INTERMODELLAU 2007 konnten Besucher mit Unterstützung von Ikarus kostenlos einen „RC-Helikopter-Führerschein“ machen.)